Interview mit Stefan von De/Vision

Anlässlich der Release Tour zu ihrem neuen Album "NOOB" durften wir mit Stefan, dem Keyboarder und Background Sänger von De/Vision sprechen und haben ihm einige Fragen für Euch gestellt. Aber lest selbst, was er zu sagen hatte.

Steff (GO): Wie ist die Tour bis jetzt verlaufen? Wie waren die Reaktionen des Publikums auf die neuen Songs?
Stefan (DV): Also die Tour war eigentlich ganz gut bisher. Leider muss man sagen, dass die Besucherzahlen überall ein bisschen zurück gehen aber das ist nicht nur bei uns so. Ansonsten waren die Konzerte echt gut – die Leute hatten Spaß, wir hatten Spaß. Wegen den neuen Songs – es war eigentlich auf jeder Tour so, die alten Songs, die sie schon lange kennen kommen eigentlich immer am besten an. Aber wir wissen es ja anhand der Reaktionen z.B. aus dem Internet, dass das neue Album ganz gut angekommen ist.

Steff (GO): Bei Eurem neuen Album „NOOB“ haben ja auch Eure Produzenten zusammen mit Euch an den Songs gearbeitet. Wie viel Einfluss haben sie auf die Musik genommen?
Stefan (DV): Sie haben ja schon vorher enorm großen Einfluss auf die Musik gehabt. Jetzt aber eben noch mehr, da sie ja direkt am Songwriting beteiligt waren. Der ein oder andere Song ist komplett von Joe oder Arne und es ist ein bisschen schwieriger geworden, wenn man jetzt halt vier Egos unter einen Hut bringen muss anstatt wie früher nur Zwei. Das macht das ganze etwas komplizierter, aber ansonsten war es eine sehr gute Zusammenarbeit.

Steff (GO): Ihr seid nun schon seit fast 20 Jahren im Musikgeschäft tätig. Was waren die schönsten Momente, die ihr erlebt habt und was die schrecklichsten Momente?
Stefan (DV): Ach ja, es gibt keine schönsten Momente. Wir haben so viele Lustige und schöne Momente gehabt, da könnte ich jetzt Stundenlang drüber reden, aber nichts wirklich rausheben. Was für uns allerdings ganz toll war, der erste Plattenvertrag, die erste CD oder damals noch ohne Plattenfirma, die erste Single. Als wir die zum ersten Mal in der Hand hatten war es ein ganz toller Moment. Genauso das erste Konzert oder das erste Mal auf dem M’era Luna vor 15000 Leuten.
Schreckliche Momente gibt es natürlich auch viele – (denkt nach) – aber es war schon krass, als mir vor 2 Jahren mal der Computer abgeschmiert ist und wir haben ein komplettes Konzert ohne Sampler, also ohne Keyboard gespielt. Das war schon extrem scheisse, und was genauso scheisse war – es hat irgendwie keiner gemerkt. (Lacht)

Steff (GO): Woher holt ihr die Ideen für neue Songs? Wie und was inspiriert euch?
Stefan (DV): Was inspiriert einen Maler, Bilder zu malen oder einen Bildhauer, Skulpturen zu meißeln – es ist das Erlebte und das Leben halt, das Leben ist die Inspiration. Das ist alles, mehr braucht man nicht. Alles was man sieht, was man erlebt, was man denkt, was man fühlt. Das ist wichtig. Da kommen so viele Ideen.

Steff (GO): Wie sieht bei euch die Produktion eines neuen Songs aus? Wie geht ihr da vor?
Stefan (DV): Es ist also nicht so, dass wir alle zusammen ins Studio gehen, uns hinhocken und alle etwas zusammen machen. Jemand hockt sich halt zuhause hin und zimmert irgendwie nen Song zusammen, oder vielmehr nen Demosong. Dann setzen wir uns zusammen hin und entscheidet demokratisch ob das dann gut genug ist fürs Album oder nicht. Und danach wird dann ein Text dazu geschrieben. Also erst die Musik und wenn man dann eine Melodie dazu hat kommt der Text.

Steff (GO): Wie kam es damals zur Gründung von De/Vison?
Stefan (DV): Wir haben natürlich alle gerne selbst Musik gehört. Und wir sind in den 80ern groß geworden, was von Anfang an den Stil unserer Musik beeinflusst hat. Das hat uns letztendlich auch inspiriert selbst Musik zu machen. Am Anfang konnte keiner Piano oder Gitarre oder so spielen und dann war es halt doch recht einfach diesen Sampler oder ein Keyboard zu kaufen und dann irgendwelche Melodien in Computer zu spielen. Anders hätten wir damals auch gar nicht Musik machen können, was auch mit ein Grund war, warum wir auf die elektronische Musik gekommen sind. Wir sind auch keine voll ausgebildeten Profi Musiker.

Steff (GO): Was sind oder waren Eure musikalischen Vorbilder?
Stefan (DV): Alles natürlich, wie schon gesagt – Kraftwerk fand ich schon immer gut und dann natürlich Depeche Mode und Camouflage. Alles was so in den 80ern groß war. Ich war auch ein großer The Cure Fan in den 80ern. Das hört man zwar nicht so aus unserer Musik heraus aber ich würde auch nicht sagen, dass wir heute noch Vorbilder haben. Das haben wir irgendwann mal abgelegt glaub ich. Es gibt natürlich auch heute noch Musiker und Musik die ich gut finde, aber die sind dann doch mehr im Rockbereich zu finden.

Steff (GO): Ihr wart ja schon einige Male auf Tour und habt viel von der Welt gesehen. Was war denn der schönste Ort an dem ihr jemals aufgetreten seid?
Stefan (DV): Ach, da braucht man doch gar nicht so weit fahren. Berlin ist schön, Hamburg ist schön – Stuttgart ist auch schön. Aber natürlich sind Barcelona, Marseille, St. Petersburg alles tolle Städte. Mexico City war auch sehr geil. Ich kann dir jetzt aber nicht sagen, wo es jetzt schöner war als wo anders. Jedes Volk ist anders, die Leute sind überall anders, egal ob ich jetzt nach Russland oder nach Mexico fahre, es ist beides ultra interessant. Jedes Land hat seine ganz eigene Art.

Steff (GO): Wisst ihr eigentlich in wie viel verschiedenen Städten ihr schon gespielt habt?
Stefan (DV): Nö, keine Ahnung. Jede Menge denk ich mal.

Steff (GO): Wie wird es mit De/Vision weitergehen? Was plant ihr für die Zukunft?
Stefan (DV): Jetzt erst mal die Tour volenden und dann man schauen. Wir werden uns dann wahrscheinlich bald wieder hinsetzen und neue Songs schreiben schätz ich mal. Für nächstes Jahr haben wir auch noch ein paar Auslandskonzerte geplant. Wir haben schon lange vor mal nach Nord- und Südamerika zu fahren und dort ein paar Konzerte zu spielen. Das wird sich jetzt möglicherweise nächstes Jahr verwirklichen lassen. Damit sind wir dann erst mal gut beschäftigt, wenn das alles so hinhaut.

Steff (GO): Könnt ihr von Eurer Musik leben?
Stefan (DV): Also irgendwie schaffen wir das seit fast 20 Jahren. Ich muss aber auch dazu sagen, dass es immer schwieriger wird. Noch reicht es zum Leben, aber es wird echt immer schwieriger, keine Frage.

Steff (GO): Wollt ihr euren Fans abschließend noch etwas mit auf den Weg geben?
Stefan (DV): Alles Gute und viel Glück (Lacht) und bleibt gesund. Vielleicht sieht man sich ja irgendwann auf Tour.