Laibach
Mitglieder:
Gesang: Milan Fras
Arrangement: Dejan Knez
Arrangement: Ervin Markosek
Arrangement: Ivan "Jani" Novak
Gründugsjahr:
1980
Genre
EBM
1980 bereiten Laibach in Trbovlje das multimediale Projekt „Rdeči revirji“ (Rote Reviere) vor, das allerdings schon im Voraus von der jugoslawischen Regierung verboten wurde. Auf Werbeplakaten wird das Bild „Black Cross“ von Kasimir Malewitsch verwendet.
1982 spielt die Gruppe ihre ersten Konzerte in Ljubljana, Zagreb und Belgrad. Laibach gibt damals jedem Konzert einen eigenen Namen, so trug beispielsweise das letzte Konzert Tomaž Hostniks den Namen „Dotik Zla (Berührung des Bösen)“. Im Dezember 1982 begeht er Selbstmord.
Als man am 23. April 1983 ein Konzert im Rahmen der Musik-Biennale Zagreb zusammen mit 23 Skidoo und Last Few Days gibt, kommt es zum Eklat. Um fünf Uhr morgens wird das Konzert gewaltsam von der jugoslawischen Armee und kroatischen Polizei gestoppt, da man den Film „The Future Continues“ und einen Porno übereinander projiziert, wobei Tito und ein Phallus gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen sind. Die Band muss Kroatien verlassen. Kurz darauf wird ein Plattenvertrag mit der staatlichen Plattenfirma ZKP RTV für die erste LP „Nebo žari (Der Himmel glüht)“ geschlossen. Der Vertrag wird seitens der Firma ohne Angabe von Gründen aufgehoben. Am 23. Juni 1983 hat die Band ihren ersten Fernsehauftritt in der politischen Sendung „TV Weekly“. Das Auftreten der Gruppe zieht ein Verbot des Namens und jedweder öffentlichen Auftritte in Jugoslawien nach sich. Von November 1983 an gehen Laibach zusammen mit Last Few Days auf „Occupied Europe Tour“ hinter und vor dem „Eisernen Vorhang“.
1984 begründen Laibach (Musik), IRWIN (Malerei, Grafik), Noordung (damals noch unter dem Namen Sisters of Scipion Nasice) (Theater), sowie einige Untergruppen die Neue Slowenische Kunst (NSK). Im Dezember dieses Jahres geben Laibach trotz des Verbotes ein anonymes Konzert in Ljubljana.
Im April 1985 veröffentlicht das in Ljubljana beheimatete Label „ŠKUC Ropot“ das erste Album der Gruppe. Aufgrund des Namensverbotes erscheint das Album ohne Erwähnung des Bandnamens; stattdessen ziert das unverwechselbare schwarze Kreuz das Cover. Im selben Jahr erscheint „Rekapitulacija 1980-1984“ auf dem Hamburger Plattenlabel „Walter Ulbricht Schallfolien“ und „Nova Akropola“ auf dem britischen Label „Cherry Records“.
Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Walter Ulbricht Schallfolien treten Laibach im Juni 1985 auf dem Festival „Neu-Konservatiw” in den Hallen der Spedition Harry Israel in Hamburg auf.
Im September 1986 lädt der Tänzer Michael Clark Laibach zu einem Auftritt in seiner „No Fire Escape in Hell“-Produktion mit elf Shows in verschiedenen Theatern der Welt ein. Die Doppel-LP „Krst Pod Triglavom – Klangniederschrift einer Taufe (Taufe unter dem Triglav)“ zum gleichnamigen Theaterstück der NSK ist eines der bemerkenswertesten Werke der Gruppe. Neben Kraftwerks „Ohm Sweet Ohm“ werden Richard Wagner, Anton Bruckner, Schostakowitsch und Prokofjew gesampelt.
1987 wird das Album „Opus Dei“ für Mute Records veröffentlicht. Es enthält die Laibach-Versionen des „Bierzelt-Schlagers“ „Life Is Life“ der Gruppe Opus und „One Vision“ von Queen. Kurz darauf werden Laibach vom Deutschen Schauspielhaus in Hamburg eingeladen, einen Soundtrack für das Shakespeare-Stück Macbeth beizusteuern.
1988 covern Laibach sowohl das komplette „Let It Be“-Album der Beatles (mit Ausnahme des Titelstückes), als auch das Stück „Sympathy For The Devil“ der Rolling Stones in nicht weniger als acht verschiedenen Versionen.
1990 wird der Macbeth-Soundtrack veröffentlicht. Gerüchteweise wird im selben Jahr an einem von Bertrand Burgalat produzierten Album gearbeitet, eine Veröffentlichung bleibt jedoch aus. Zur Feier der Deutschen Wiedervereinigung wird die Single „3. Oktober“ (Kraftwerk-ähnlicher Daniel Miller-Remix des Stückes „Geburt einer Nation“) veröffentlicht.
1992 erscheint das Experimental-Elektro-Album „Kapital“, das zur damaligen Zeit allerdings auf wenig positive Kritik stößt, 1993 veröffentlicht man einen Querschnitt der ersten Konzerte im Jahre 1982 unter dem Namen “Ljubljana-Zagreb-Beograd”.
1994 kommentieren Laibach mit der Veröffentlichung des Technopop-Albums "NATO" die Geschehnisse in Osteuropa und Ex-Jugoslawien und die Politik der NATO-Staaten. Das Album enthält ausschließlich Coverversionen, u.a. von Europe, Status Quo, Zager and Evans und DAF.
Die CD/VHS-Box "Occupied Europe NATO tour 1994-95" beinhaltet einen Querschnitt durch die Zwei-Jahres-Tour der Band, inklusive der Auftritte in Sarajevo am 20. und am 21. November 1995.
"Jesus Christ Superstars" von 1996 ist eine Anspielung auf Andrew Lloyd Webbers Musical aus den 70ern. Auf dem Album befinden sich ausschließlich Titel, die sich mit dem Thema Religion beschäftigen, neben Eigenkompositionen auch Coverversionen von "Superstar" aus dem Musical, Prince' "The Cross" und Juno Reactors "God Is God". Mit dem Album wird erneut eine Tour verbunden. Nach dem Ende der Tour spielt die Gruppe gemeinsam mit dem slowenischen Philharmonie-Orchester und dem Akademischen Chor "Tone Tomšič" auf der Eröffnung des europäischen Kulturmonats in Ljubljana. Marko Letonja dirigiert orchestrierte Versionen von frühem Material der Band. Die Songs sind von Uros Rojko, Aldo Kumar und Mitgliedern von Laibach orchestriert. Da es zu Streiterein innerhalb des Orchesters kommt, wird Laibach jegliche Verwendung des Video- und Tonmaterials verboten.
Die 1997 veröffentlichte CD mit dem Titel „M.B. December 21, 1984“ beinhaltet Aufnahmen verschiedener Konzerte des Jahres 1985.
2002 wird die CD „The John Peel Sessions“ auf Strange Fruit Records, dem Label des Radio-DJs veröffentlicht; enthalten sind 6 Lieder, welche in 2 Sessions 1985 und 1986 aufgenommen wurden.
2003 melden sich Laibach mit dem Album „WAT (We Are Time)“ zurück. Ende 2004 erscheinen die Best Of-Doppel-CD „Anthems“ und 2 DVDs, die die Musikvideos der Band, das Konzert der „Occupied Europe NATO tour 1994-95“ und die Reportage „A Film From Slovenia“ beinhalten.
Am 1. Juni 2006 kam in Leipzig beim „Konzert für das Kreuzschach und vier Schachspieler“ eine Neubearbeitung der „Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach zur Aufführung. Ab Ende 2006 sollen ein Album mit dem Titel „Volk“ und verschiedene DVDs veröffentlicht werden. Darunter mit dem Film „Divided States of America“ auch eine Reportage über Laibachs Amerika-Tour 2004.
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